Was ist der Unterschied zwischen Garnelen, Shrimps und Prawns?
Garnelen, Shrimps, Prawns, drei Begriffe, die auf jeder Speisekarte auftauchen und die doch kaum jemand wirklich auseinanderhalten kann. Manchmal stehen sie nebeneinander, manchmal werden sie wie Synonyme verwendet. Und die Frage, ob da wirklich ein Unterschied steckt oder ob alle drei dasselbe meinen, beschäftigt so manchen Genießer beim Mittagessen.
Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, wen man fragt.
Inhaltsübersicht
Garnelen — der deutsche Oberbegriff

Im Deutschen ist „Garnele“ eigentlich der Überbegriff für alle kleinen Krebstiere mit dem bekannten geschwungenen Körper, den langen Fühlern und dem Schwanzfächer. Biologisch gesehen gibt es unter diesem Dach viele verschiedene Arten, von der winzigen Nordseegarnele bis zur großen Tigergarnele. Der Begriff sagt also erstmal nur: kleines Krebstier, essbar, Schale drumrum. Mehr nicht.
Im Alltag benutzen die meisten Deutschen „Garnele“ für alles, was rosa wird, wenn man es gart, egal ob es aus der Nordsee kommt oder aus einer Aquakultur in Südostasien. Der Begriff ist praktisch, weil er funktioniert. Präzise ist er nicht.
Shrimps — der englische Begriff, der sich eingebürgert hat

„Shrimps“ ist auf Englisch eigentlich die Bezeichnung für kleinere Arten. Im Deutschen hat sich das Wort als Lehnwort durchgesetzt und wird heute meistens für mittelgroße bis kleine Exemplare verwendet, also für das, was man im Cocktailglas mit Soße serviert bekommt oder als Beilage auf dem Teller findet.
Biologisch genau ist das nicht. Im englischsprachigen Raum gibt es zwar eine grobe Faustregel, kleine Exemplare heißen Shrimps, große heißen Prawns aber selbst dort wird das nicht einheitlich gehandhabt. In Australien zum Beispiel heißt so gut wie alles „Prawn“, egal welche Größe. Wer also auf einer internationalen Speisekarte liest und sicher sein will, was auf dem Teller landet, sollte lieber nach der genauen Art fragen als nach dem Namen.
Prawns — größer, fleischiger, feiner

„Prawns“ bezeichnet im Englischen größere Garnelentiere, oft solche aus wärmeren Meeresgebieten. Im Deutschen taucht der Begriff seltener auf, aber in der gehobenen Gastronomie oder bei Meeresfrüchte-Spezialisten findet man ihn. Prawns haben meist ein festeres, fleischigeres Fleisch und einen etwas intensiveren Eigengeschmack als ihre kleineren Verwandten. Wer schon einmal große Scampi oder Riesengarnelen gegessen hat, bewegt sich geschmacklich in dieser Richtung.
Auch hier gilt: Die Abgrenzung ist nicht starr. Selbst unter Köchen und Fischhändlern gibt es keine einheitliche Linie, ab welcher Größe ein Shrimp zum Prawn wird.
Und was ist dann mit Scampi?

Wer jetzt denkt, das war schon kompliziert genug, Scampi kommen noch obendrauf. Denn Scampi sind streng genommen keine Garnelen, sondern Kaisergranat, eine eigene Krebstierart. Trotzdem werden in der deutschen Restaurantküche sehr häufig große Garnelen als „Scampi“ bezeichnet, weil das Wort gut klingt und die meisten Gäste beim Lesen der Speisekarte nicht weiter nachfragen.
In Italien, wo der Begriff herkommt, würde man bei echter Verwechslung die Augen verdrehen. In Deutschland hat sich die Bezeichnung jedoch so fest in den Sprachgebrauch eingegraben, dass kaum noch jemand zwischen Scampi und großer Garnele unterscheidet.

Warum das beim Essen trotzdem kaum eine Rolle spielt
Am Ende des Tages schmeckt eine gut zubereitete Garnele, egal ob sie auf der Speisekarte Shrimp, Prawn oder Scampi heißt. Was wirklich zählt, ist die Qualität der Zubereitung: die Würzung, die Garzeit, die Soße dazu. Eine zu lange gegarte Garnele bleibt zäh, egal wie edel sie benannt ist. Eine frisch und sorgfältig zubereitete schmeckt auch dann gut, wenn der Koch den Unterschied zwischen Prawn und Shrimp nicht erklären kann.
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